Große Bühne für junge Talente: vierter Kleinkunstabend am Gymnasium Unterrieden

Am 5. Juli fand zum vierten Mal der Kleinkunstabend am Gymnasium Unterrieden statt. 25 Beiträge von zahlreichen jungen Künstlern sorgten für abwechslungsreiche Unterhaltung und tosenden Applaus. Während des rund zweieinhalbstündigen Programms wurden neben zahlreichen musikalischen Beiträgen auch eine Akrobatikeinlage, ein Theaterstück, ein musikalisches Schattenspiel und ein Textbeitrag auf die Bühne gebracht. Für einen besonderen Höhepunkt und internationale Noten sorgten die Austauschschüler der Yung-Ping High-School aus Taipeh (Taiwan).

Den Auftakt machte die Klasse 7b: angeleitet von ihrer Musiklehrerin Angelina List führten die Schüler ein Sprechstück, den „WM-Report“ auf.
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Daraufhin gaben Clara Zoe Domning und Zara Öztürk (beide 6b) den aktuellen Hit „Je ne parle pas francais“ von Namika zum Besten (, der aber nichts über ihre eigenen Französischkenntnisse aussagt).

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Auch wenn es angesichts der fußballerischen Leistung unserer Nationalmannschaft nichts zu feiern gab, sorgte Andreas Bouranis ehemaliger WM-Hit „Auf uns“ als Chorstück, gesungen von Schülern der Klassen 6b und 6d unter der Leitung von Musiklehrerin Theresa Seifert, für gute Laune.

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Unter selber Leitung, aber am Klavier begleitet von Daniel Puljiz sang die Klasse 5b „Vois sur to chemin“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Unterstützt wurden sie dabei von ihrem Klassenlehrer Martin Herrmann.

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Als weitere Chorstücke folgten unter der Leitung von Musiklehrerin Tabea Metzger „Halleluja“ von Leonard Cohen (Unterstufen- und Popchor) sowie „California dreaming“ von The Mamas & The Papas (Klasse 6a und 6c).

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Für einige atemberaubende Momente sorgte darauf die Akrobatikeinlage von Klara Wolff, Julia Lehmann, Hannah Baisch (6c) sowie Ronja Schneider und Alina Dammers (6a). Betreut wurden die jungen Akrobatinnen von den erfolgreichen Sportakrobatinnen Pauline Blessing, Frida Mössinger (beide 9a) vom VfL Sindelfingen sowie von Sportlehrerin Katharina Rupp.

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Als letzten Programmpunkt vor der Pause gab es einen Ausschnitt aus dem selbstgeschriebenen Stück „Alles Banane“ zu sehen. Darin dichtet die Unterstufen-Theater-AG von Leiterin Susanne Freitag bekannte Märchen komödiantisch um, die dann oft eine überraschende Wendung nehmen. Der Kurzauftritt ist zudem eine Vorschau auf die bevorstehenden Aufführungen des kompletten Theaterstücks während des großen Schulprojekts „Schule als Staat“ während dem sich das Gymnasium Unterrieden vom 18. bis zum 21. Juli in den Staat „Los Unterriedos verwandelt“.

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Während der Pause konnten Sich die Besucher wiederum am Imbissstand von Hausmeister Herr Kiefer stärken.

Den zweiten Teil des Kleinkunstabends läutete die Klasse 5b und 5c mit einem musikalischen Schattenspiel zum bekannten Lied „Die Affen rasen durch den Wald“ ein. Im Unterricht hatten sie mit Kunstlehrerin Frau Plattner-Heubeck witzige Schattenfiguren vorbereitet und dieses dann, musikalisch angeleitet von Frau Seifert, mit einem Tageslichtprojektor tanzend auf eine Leinwand projiziert. Eine Einlage, die für viel Freude im Publikum sorgte.

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Das Affenbaby voll Genuss / hält in der Hand die Kokosnuss. / Die ganze Affenbande brüllt: / |: "Da ist die Kokosnuss, da ist die Kokosnuss, es hat die Kokosnuss geklaut!"

Sandra Weber (11b) erregte darauf mit ihrem Textvortrag die gespannte Aufmerksamkeit der Zuhörer. Sie reflektiert darin die vielen Möglichkeiten, die den heutigen Elftklässlern zur Verfügung stehen und kam zum Schluss, dass, „wenn die Entscheidung, wie es nach der Schule weiter gehen soll, früher eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera war, heute eine Entscheidung zwischen Pest, Cholera und 100 anderen tödlichen Krankheiten [sei]!“ (Der komplette, lesenswerte Text befindet sich unten!)

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Sandra Weber (11b) zeigt sich ratlos (nicht nur) angesichts von 19 000 möglichen Studiengängen...

Für Auflockerung sorgten im Anschluss der Popchor mit bekannten Popsongs unter Leitung von Schulsozialarbeiter Thomas Grünwald sowie der Lehrer und Schülerchor unter der Leitung von Angelina List und Theresa Seifert.

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Im vorletzten Teil des Abends wurde es laut durch fetzige Rockklassiker, dargeboten von der Schulband (Fabian Süberkrüb – Gitarre, Can Barut – Bass, Sebastian Proffen – Schlagzeug) unter der Leitung von Claudia Ewert, die zudem selbst am Klavier spielte. Special Guest Benjamin Lauber sang „Sweet home Alabama“, darauf rockte die ABIband mit Klassikern wie „Sommer of ‚69“ von Bryan Adams und „It’s my life“ von Jon Bon Jovi.

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Den Höhepunkt des vierten Kleinkunstabends besorgten zum wiederholten Male die Austauschschüler der Yung-Ping High School Taipei. Mit Liedern von Max Giesinger („80 Millionen“), Passenger: Let her go sowie chinesischen Songs („Light Year Away“ & „Embrace the world with you“) setzten sie ein Zeichen für die internationale Freundschaft und ihre Verbindung zu Deutschland und zum Gymnasium Unterrieden.

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Musiklehrerin Tabea Metzger, die den Abend hauptverantwortlich geplant und vorbereitet hat, zeigte sich sehr erfreut: „Es war ein packender und vielfältiger Abend, an dem unsere Schüler zeigen konnten, welche Talente in ihnen stecken.“ Zum Dank bekam sie von Herrn Rosenstiel, dem Vorsitzenden des Vereins der Freunde sowie Moderator des Abends, Blumen überreicht.
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Ein herzlicher Dank geht an alle Mitwirkenden für die tollen Beiträge,alle Lehrer, die in irgendeiner Weise (im Hintergrund) geholfen haben, die Schulleitung für ihre Unterstützung, die Kunstfachschaft für die ausgestellten Kunstwerke, Nadine Bela für die wunderbaren Plakate, Fabian Süberkrüb, Marcel Kächele, Phil Stahlhut und Rosaly Mäule für die Hilfe bei der Technik, Herrn Kiefer für seine vielfältige und zuverlässige Unterstützung und natürlich an alle unsere Besucher, die mit ihren Spenden den Verein der Freunde unterstützen.
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Ein Abend, an dem zurecht viel Applaus gespendet wurde (von rechts nach links): Hermann Rosenstiel (Vorsitzender Verein der Freunde), Heidrun Struckmann-Walz (2. Vorsitzende), Schulleiterin Martina Fuchs, Gäste aus Taiwan.
 
Text und Bilder: Christian Maier

Textanhang:

Pest, Cholera oder eine von 100 anderen tödlichen Krankheiten

von Sandra Weber (11b)

Hallo, ich bin Sandra und ich besuche momentan die 11. Klasse.
Wenn innerhalb des nächsten Jahres nicht zufällig ein riesiger Komet vom Himmel fällt und die komplette Menschheit ausrottet, werde ich in ziemlich genau einem Jahr mein Abiturzeugnis in den Händen halten. Und dann?
Dann bin ich fertig mit der Schule.
Dann bin ich nicht mehr per Gesetz dazu verpflichtet, jeden Morgen aufs Neue hier anzutanzen. Genau genommen bin ich das auch jetzt schon nicht mehr, aber das ist eine andere Geschichte…
Wie auch immer. Auf jeden Fall müssen alle von uns Elftklässlern allerspätestens in einem Jahr die Entscheidung treffen, wie es für uns nach der Schule weitergehen soll. Was wollen wir mit unserem Leben anfangen? Was möchten wir in Zukunft machen?
Aber wie soll das denn bitte funktionieren? Wie sollen wir denn mit 17 oder 18 Jahren wissen, was wir unser restliches Leben lang machen wollen?
Und ich will das Gerede von wegen es gibt heutzutage noch so viele Möglichkeiten, sich auch nach ein paar Jahren in Beruf noch einmal neu zu orientieren gar nicht hören!
Klar gibt es diese, aber glauben Sie denn ernsthaft, dass sich das jemand als Ziel setzt? „Hm… wie wäre es denn, wenn ich jetzt einmal Medizin studiere, damit ich dann in 10 Jahren ein Zweitstudium als Kunsthistoriker aufnehmen kann um dann weitere 10 Jahre später als Anwalt zu praktizieren?“
Haben Sie das etwa schon Mal jemanden sagen hören?
Ich jedenfalls nicht!
Und vielleicht ist es da auch ein bisschen mein Sinn zur Perfektion, der aus mir spricht, aber ich finde diesen Weg der Neuorientierung alles andere als erstrebenswert. Jedenfalls nicht, wenn ich die Möglichkeit habe, es von Anfang an richtig zu machen.
Aber woher soll ich denn bitte wissen, was ‚das Richtige‘ für mich ist? Gibt es das überhaupt? Oder ist das auch nur so eine Erfindung wie die Suche nach der ‚großen Liebe‘?
Halten Sie mich jetzt für unromantisch, aber angesichts der steigenden Scheidungszahlen fällt es mir sehr schwer, daran zu glauben, dass man wirklich den oder die ‚Eine‘ finden kann. Vielleicht hat Hollywood aber auch Recht und es sind einfach nur 99% der Menschheit inkompetent. Wer weiß das schon so genau?
Aber ich bin vom Thema abgewichen!
Da ich inzwischen in der elften Klasse bin, hatte ich schon des Öfteren die Freude BOGY-Veranstaltungen zu besuchen. Für die, die nicht wissen, was das ist: BOGY steht für ‚Berufsorientierung an Gymnasien‘. Wie der Name schon sagt hatten daher alle Veranstaltungen dieser Art etwas mit Berufsorientierung zu tun… nicht!
Ich möchte ja jetzt wirklich niemandem zu nahe treten, aber die sogenannte ‚Berufsberatung‘ der Agentur für Arbeit lässt sich ziemlich gut damit zusammenfassen, dass die gute Frau mir 45 Minuten lang erklärt hat, dass ich als Mädchen doch unbedingt einen MINT-Beruf ergreifen soll, was ich sowieso schon vorhatte und sich von mir hat zeigen lassen, wie man Internetseiten öffnet.
Das ist kein Witz! Sie war noch nicht einmal in der Lage ihren eigenen Laptop zu bedienen! Und so jemand soll uns eine Hilfe sein…

Wenn die Entscheidung wie es nach der Schule weiter gehen soll früher eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera war, ist es heute eine Entscheidung zwischen Pest, Cholera und 100 anderen tödlichen Krankheiten!
Heutzutage lautet die erste Frage, die man sich stellt nicht mehr ‚Soll ich studieren oder eine Ausbildung machen?‘, sondern ‚Soll ich studieren oder eine Ausbildung machen oder ein Jahr ins Ausland gehen oder ein freiwilliges soziales oder ökonomisches Jahr machen oder eine von 20 anderen Möglichkeiten ergreifen?‘
Und da wundert man sich noch, dass immer mehr Jugendliche an Depressionen leiden…
Es ist doch klar, dass eine solche Vielzahl an Möglichkeiten so halbfertige Menschen wie uns total überfordert! Wenn wir aus der Schule kommen, wissen wir vielleicht, wie man ein uneigentliches Integral berechnet oder können Amylopektin in Haworth-Projektion zeichnen – und selbst das weiß einen Tag nach dem Abitur wahrscheinlich schon niemand mehr – aber vom Leben an sich haben wir null Ahnung. Und unsere Ahnung von der Berufswelt beläuft sich sogar auf -1000. Optimistisch gesehen!
Und wenn nun so schlaue Bildungsminister auf die Idee kommen, uns ein Jahr früher ins kalte Wasser der Berufs- und Studienwelt zu schmeißen und aus G9 kurzerhand G8 machen ist das auch nicht gerade hilfreich. Wohin das führt haben wir ja alle gesehen:
Die Studienabbrecher-Quoten steigen und die Überforderung junger Menschen wächst!
Wäre das nicht mal ein gutes Wahlversprechen? „Für ein Deutschland in dem alle überfordert sind und versagen!“
Aber wenigstens gibt es inzwischen ein paar von uns, die es besser wissen und einen Weg gefunden haben, den Plan der Wirtschaft, uns alle ein Jahr früher zu Steuerzahlern zu machen, zu zerstören. Ein angenehmer Nebeneffekt dieses sogenannten Gap Year ist die Möglichkeit, etwas Lebenserfahrung zu sammeln und sich selbst besser kennen zu lernen.
Diese Möglichkeit ändert aber immer noch nichts an der Tatsache, dass uns ein Jahr Schule gestohlen wurde. Ja, Sie haben richtig gehört!
Vor Ihnen steht gerade wirklich eine Schülerin, die sich beschwert, dass sie nur noch ein statt zwei Jahre zur Schule gehen darf!
Und ich möchte Ihnen auch erklären warum. Die Entscheidung, die wir treffen müssen bleibt nämlich mit oder ohne Gap Year trotzdem noch die gleiche. Der einzige Unterschied ist, dass man sich nach einem Jahr im Ausland oder im sozialen Dienst kostenintensiv das wiedergeholt hat, was den früheren Generationen selbstverständlich und gratis zur Verfügung stand.
Denn selbst wenn man die erste große Entscheidung einmal getroffen hat und sich z.B. für ein Studium entschieden hat, steht schon die nächste große Frage auf der Matte: Soll ich an einer Uni studieren oder an einer Fachhochschule? Oder mache ich vielleicht doch lieber ein duales Studium?
Praktischerweise stehen einem in Deutschland dann auch nur 428 Hochschulen zur Verfügung, für eine von denen man sich entscheiden muss. Ganz zu schweigen von denen im Ausland…
Und zu guter Letzt steht dann natürlich noch die einfache Wahl für einen von mehr als 19 000 Studiengängen an. 19 000!
Aber wenn man einmal bis an diesen Punkt gekommen ist, ohne vollends zu verzweifeln, sollte das ja sicher auch kein Problem mehr darstellen…

Dankeschön!

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