Bus fahren - aber richtig!

Wie fährt man richtig Bus? Eine scheinbar banale Frage, doch die Sicherheit auf dem Schulweg kann nicht oft genug thematisiert werden. Denn jeden Tag machen sich über 700 Schülerinnen und Schüler auf den Weg zum Gymnasium Unterrieden, viele davon mit dem Bus. Aus diesem Grund fand am 4. Dezember im Rahmen der Aktion „Gib Acht im Verkehr“ das Training "Bus fahren - aber richtig!" für die Schüler der 5. Klassen am Gymnasium Unterrieden statt.

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Schüler der Klasse 5d mit ihrer Lehrerin Eva Jeschke, Polizeihauptkommissar Günter Menyhert, Bustrainer Friedemann Messer und Buschauffeur Mehmet Öcal (Bild: Mai)

Zunächst erhielten die Schüler und Schülerinnen eine theoretische Schulung im Klassenzimmer durch Polizeihauptkommissar Gerd Mohaupt von der Polizei Böblingen. Im Anschluss ging es raus zur Bushaltestelle, wo schon ein Bus der Firma Hassler wartete, um die Theorie nun in der Praxis zu erproben. Das Training im Bus leitete Bustrainer Friedemann Messer aus Göppingen.

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Bustrainer Friedemann Messer erklärt, wie man sicher Bus fährt (Bild: Je)

Während des Trainings gelangten viele Schüler zu neuen Erkenntnissen: „Ich wusste vorher nicht, wo sich der Nothammer im Bus befindet und wie man aus dem Bus im Falle eines Unfalls kommen kann“, so eine Schülerin. Besonders aber die Runde, die mit dem Bus gedreht wurde, kam bei den Schülern gut an. Dabei wurden einige gefährliche Situationen, die im Verkehr auftreten können, trainiert. Von den Kräften, die dabei im Bus wirken können, waren die Schüler ziemlich überrascht: „Ich fand es interessant, dass man bei einer starken Bremsung erst nach vorne und dann wieder nach hinten geschleudert wird“, berichtet ein Schüler. Andere haben besonders den kleinen Nervenkitzel bei einer Notbremsung genossen: „Ich mochte das – das hat bei mir so ein Gefühl ausgelöst, als wäre ich in der Achterbahn.“
Starke Kräfte wirken aber nicht nur horizontal bei einer Notbremsung, sondern auch vertikal durch das bloße Gewicht des Busses. 10 Tonnen wiegt ein unbesetzter Bus, vollbesetzt sogar bis zu 16 Tonnen! Eine erheblich Last, die da pro Achse und Reifen wirken. Wie viel ungefähr, durfte die Klasse 5d in der folgenden Mathe Klassenarbeit berechnen:

„Ein leerer Omnibus wiegt 10 t. Die ganze Klasse 5d mit 26 Schülerinnen und Schülern steigt ein. Im Bus befinden sich außerdem noch folgende Personen: Der Busfahrer, ein Polizist und zwei Begleitlehrkräfte. Die Kinder wiegen durchschnittlich 36 kg, die Erwachsenen wiegen
durchschnittlich 80 kg.
a) Berechne das Gesamtgewicht des Busses mit allen Fahrgästen!
b) Berechne, welches Gewicht (welche Masse) auf einem der vier Räder des Busses liegt.

Wer es selbst nicht rauskriegen sollte: Die Musterlösung gibt es bei Frau Jeschke!

Zahlen hin oder her, um die Gewichtskraft zu veranschaulichen fuhr der Bus über eine rohe Kartoffel mit folgendem Ergebnis:

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Besser nicht unters Rad kommen: eine rohe Kartoffel zerquetscht von einem Busreifen (Bild: Je)

Einen Fuß sollte man also besser nicht unter einen Busreifen bekommen. Also lieber immer einen ordentlichen Sicherheitsabstand zum herannahenden Bus einhalten.
Die polizeiliche Prävention zeigt Wirkung: „Wir haben glücklicherweise eine verschwindend geringe Anzahl von Schulwegunfällen in den letzten Jahren“, so Polizist Günter Menyhert. Für die Polizei aber sicher kein Grund, die Präventionsmaßnahmen einzustellen. Denn diese Lage ist sicherlich auch ein Ergebnis der gut etablierten Verkehrserziehung. Auch muss jede Schülergeneration aufs Neue sicheres Verhalten im Verkehr lernen. Deshalb wird das Busfahrtraining auch seinen Platz im Sozialcurriculum vom Gymnasium Unterrieden behalten, nicht zuletzt auch weil es den Schülern ihren Aussagen zufolge „sehr viel Spaß“ gemacht hat und vor allem die Runde mit dem Bus „cool“ war.

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Viel Spaß beim Busfahrtraining hatten die Schüler der 5. Klasse (Bild: Je)

Herzlichen Dank an Gerd Mohaupt und Günter Menyhert von der Polizei Böblingen sowie Bustrainer Friedemann Messer für das Training. Ein großes Dankeschön ebenso an die Firma Hassler, die den Bus für das Training kostenfrei zur Verfügung gestellt hat.

Text: Christian Maier
Bilder: Mai / Je

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