Pilotprojekt am Unterrieden: „Der Hubschrauberlandeplatz kommt!“

Es ist der vorläufige Höhepunkt des Infrastrukturinvestitionsprogrammes der Stadt Sindelfingen, seit gestern Nachmittag herrscht Gewissheit: „Der Stadtrat hat einstimmig dafür gestimmt, der Hubschrauberlandeplatz Unterrieden kommt!“, verkündete Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Rund 45 Millionen Euro sind für das Großprojekt veranschlagt.

Schulleiterin Martina Fuchs zeigt sich von dieser Entscheidung sichtlich erfreut: „Nun haben wir endlich die adäquate Lösung für die Bedürfnisse der sogenannten ‚Helikoptereltern‘ gefunden.“ Schon seit Längerem kritisiert der Elternbeirat die schmalen Zufahrtswege zum Gymnasium: „Man kommt einfach nicht nah genug an die Eingangstüren ran“, so eine Elternvertreterin. „Das ginge vielleicht noch mit einem Fahrrad, aber mit unserem SUV nun wirklich nicht. Hier muss dringend etwas unternommen werden!“ Ein besorgter Vater äußerte sich ähnlich: „Dass mein zehnjähriger Sohn die 200 Meter Fußweg vom Parkplatz bis zum Schulgebäude mit seinem 30 Kilo Rucksack laufen muss – und das täglich! – da mach ich mir als Vater natürlich schon Sorgen.“
Mit dem Hubschrauberlandeplatz könnte gleich noch ein zweites Problem gelöst werden: „Die Aufnahmekapazität der Rudolf-Harbig-Straße ist nun einmal begrenzt“, so ein Mitarbeiter der Verkehrsstelle der Stadt Sindelfingen. Die Bushaltestelle vor der Schule wird täglich morgens von Elterntaxis in Beschlag genommen, der Schulbus muss deshalb schon seit einiger Zeit auf die Haltestelle Allmendstraße ausweichen, damit die Schüler pünktlich zu Unterrichtsbeginn ankommen. Auch das zuletzt vom Landtag erhöhte Bußgeld für gefährliches Falschparken vor Schulen konnte an dieser Situation nichts ändern. „Entlastung kann hier nur der Luftraum schaffen“, so Oberbürgermeister Vöhringer.

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Wird bald schon Alltag am Gymnasium Unterrieden sein: Eine Passagierdrohne fliegt Schüler direkt vor die Eingangstüre. (Bild: red)

Ein Drohnenpilot der Schülerschaft hat bereits Probeflüge durchgeführt, um verschiedene Anflugszenarien durchzuspielen. „Ich helfe da gerne“, so der flugbegeisterte Schüler: „Vielleicht bringe ich ja in Zukunft selbst irgendwann einmal meine Kinder mit meiner Familiendrohne zur Schule.“ Zwei Orte kommen für ihn in als potentielle Landplätze Frage: „Der Schulhof oder das Dach sind meine Favoriten.“ Schüler, die altmodisch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kämen, müssten dann natürlich ausweichen – aber man müsse eben Prioritäten setzen. Hierzu könnte beispielsweise ein langer Tunnel, der direkt in das Untergeschoss der Schule mündet, dienen. Man sei bereits mit Tunnelbauexperten von S21 im Gespräch, wie die Stadt auf Anfrage bestätigte. „Nur dass unser Tunnel noch vor 2021 fertiggestellt werden wird“, fügt Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens mit einem Augenzwinkern hinzu.
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer befindet sich seit dem Sindelfinger Stadtratsbeschluss im permanenten Partymodus. Im März erst stellte er das neue Lufttaxi von Airbus in Ingolstadt vor, schon folgt nun der nächste Knaller: „Ich beglückwünsche die Stadt Sindelfingen und das Gymnasium Unterrieden zu ihrer Entscheidung für den ersten Schulhubschrauberlandeplatz. Für die Mobilität der Zukunft müssen wir neue Wege beschreiten. Dieses Pilotprojekt ist daher ein Vorbild für Kommunen in ganz Deutschland!“

Text/Bild: Red., 1. April 2019

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