Das Ehepaar Stefanie und Andreas Frank der Bäckerei und Konditorei Frank in Maichingen erklärte den Schüler*innen der 10d die Sozialversicherungen aus Sicht eines Unternehmers.
Anschaulich erklärte Frau Frank den Schüler*innen anhand dreier fiktiver Beispiele, was sie als Unternehmerin bei der Auszahlung der Mitarbeiter*innen beachten müsse. So konnten die Schüler die im Unterricht theoretisch besprochenen Sozialabgaben für Krankenversicherung, Rente und Arbeitslosenversicherung in der Praxis erfahren.
Am Montag, dem 15.12.2025, konnten die Schüler*innen der 10d ein Unternehmerehepaar aus Maichingen kennenlernen. Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Aufgaben und Probleme des Sozialstaates“ im Fach Gemeinschaftskunde besuchten Frau Stefanie und Herr Andreas Frank die Klasse 10d und erklärten aus erster Hand die Handhabung und Bedeutung der Sozialabgaben für einen Unternehmer.
Die Bäckerei und Konditorei Frank im Herzen von Maichingen dürfte den meisten ein Begriff sein. Doch kurz vor Weihnachten konnten die Schüler*innen die Geschäftsinhaber persönlich kennenlernen, praktisches Wissen erfahren und ihre Fragen stellen.
Die Bäckerei und Konditorei Frank in der Laurentiusstraße 26 in Sindelfingen-Maichingen beschäftigt zurzeit 17 Mitarbeiter, davon 5 in Vollzeit, 3 in Teilzeit, 2 Auszubildende und 5 Minijobber. Neben ihrem Geschäft im Herzen Maichingens, in dem auch produziert wird, haben sie noch einen Verkaufswagen, mit dem sie dreimal in der Woche an Markttagen in Sindelfingen auf dem Marktplatz verkaufen. Ein weiteres Standbein ist die Produktion und die Belieferung anderer Unternehmer wie der Gastroservice bei Daimler und verschiedene Altenheime Sindelfingens.
Frau Frank erläutere den Schüler*innen die Lohnabrechnung anhand eines Vollbeschäftigten, einer Teilzeitkraft im Verkauf und eines Minijobbers. Die Unterschiede für die unmittelbar betroffenen Akteure Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie den Staat mit seinen Einkommenssteuern und dem System der Sozialversicherungen wurden deutlich. Es wurde deutlich, dass der Unternehmer nicht nur hohe Kosten, sondern auch große Verantwortung trägt.
Zu oft sähen die Kunden nur den Preis für ein Produkt. Zu oft werde der Fehler gemacht, Einnahmen gleich Gewinn zu setzen. Von dem Verkaufspreis für ein Brötchen gingen neben der Mehrwertsteuer (auch Umsatzsteuer genannt) noch Kosten für das Material, die Verkaufsstelle und das Personal ab.
Weitere Kostenfaktoren seien die Rücklagen für Investitionen. Doch auch der Unternehmer selber benötigt einen Teil der Einnahmen für seinen Lohn. Er arbeitet – im Unterschied zum Aktionär – auch tatsächlich mit seiner Arbeitszeit und Arbeitskraft im Unternehmen mit und schafft selber einen Mehrwert. Und im Unternehmen Frank ist wirklich die ganze Familie dabei: So ist der Sohn Paul, der die Klasse 6d am GUS besucht, als Gesicht der Werbekampagne dabei.
Das Ehepaar Frank appellierte an die Käufer, als kritische Konsumenten sowohl das Angebot als auch die eigene Nachfrage zu überdenken. Was ist mir eine lokale Verarbeitung der regional produzierten Rohstoffe wie Getreide wert? Wieviel gebe ich für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit aus? Das sind Kriterien, die den Schülern sowohl im Gemeinschaftskunde- als auch im WBS-Unterricht nahegebracht werden. Mehr Effizienz forderte das Ehepaar Frank bei der Politik in Bezug auf rechtliche Vorgaben an Unternehmer. Mehr Schnelligkeit sei in Bezug auf den Verwaltungsapparat und die sogenannte Bürokratie wünschenswert. Auf Nachfrage nannten sie die täglich wechselnden Regeln mit der damit einhergehenden Unsicherheit bei der Corona-Pandemie als große Herausforderung. Zum Glück seien sie als „systemrelevanter“ Wirtschaftszweig bei der Krise nicht von der ökonomischen Existenz bedroht gewesen.
Sowohl die Wirtschaftslehrerin Freya Neunhöfer als auch der GK-Lehrer Benjamin Künstle wollen sich bei Frau Stefanie und Herrn Andreas Frank bedanken, dass sie so unkompliziert die Praxis in die Schule gebracht haben. Das Unterrieden würde sich freuen, wenn solche Besuche auf eine breitere Basis gestellt und es vermehrt zu Kooperationen zwischen Schule und Unternehmen kommen könnte. Gerade durch die Einführung von G9, bei der die Beruflichen Orientierung (BO) nicht nur an Gymnasien ausgebaut wird, sind Partnerschaften Schule – Betriebe eine Möglichkeit, den Schüler*innen neue Einblicke in die Arbeitswelt geben zu können. Letzten Endes ist es eine für alle Beteiligten vorteilhafte Situation.

Unterschrift: Das Ehepaar Stefanie und Andreas Frank mit den Schüler*innen der 10d
Autor: Benjamin Künstle, 02.01.2026
