Weltmarktführer auf der Unterriedener-Couch

Zu Beginn sprach Peter Leibinger über seinen familiären Hintergrund. Er erzählte, dass seine Familie ein eigenes Haus besaß und es ihnen dementsprechend gut ging. Trotzdem waren seine Eltern seine ganze Kindheit lang verschuldet, da sein Vater sich in der Firma Trumpf eingearbeitet und zum Teil Firmenanteile gekauft hatte. Auf die Frage, ob seine Kindheit normal war, antwortete er, dass er glaube, keine Kindheit sei komplett normal, da jede ihre eigenen Besonderheiten besitze.

Er berichtete ebenfalls von seiner Verbundenheit zu den USA. Als Jugendlicher und später für ein paar Jahre sei er dort gewesen und habe das Land schon damals sehr gemocht.  Schließlich sei er nur aufgrund seiner Arbeit wieder nach Deutschland zurückgezogen.

Aus dem Publikum kam die Frage, wie der zweite Weltkrieg seine Familie beeinflusst hatte. Dazu erzählte er, dass sein Vater während der Kriegszeit aufwuchs und vor dem Volkssturm geflohen sei. Er schilderte, wie wichtig es sei, diese Erlebnisse in Erinnerung zu behalten, von ihnen zu lernen und darauf zu achten, dass sich sowas niemals wiederholt.

Danach ging es um seine Rolle als BDI-Präsident und seine Sicht auf die Wirtschaftspolitik. Herr Leibinger äußerte sich über die aktuellen politischen Entwicklungen: Dabei kritisierte er vor allem die AfD für ihr Rassismus und Antisemitismus, unter anderem aber auch ihr Wirtschaftsprogramm. Als Beispiel nannte er die Forderung von Alice Weidel, den Euro abzuschaffen. Für Leibinger ist der Euro dagegen ein unverzichtbarer Teil unserer Wirtschaft. Gleichzeitig erinnerte er, dass man die Wähler dieser Partei nicht hassen sollte – viele von ihnen seien einfach nur verzweifelt. Trotz unterschiedlicher Meinungen müsse man im Gespräch bleiben.

Zum Schluss gab er ein paar Lebensratschläge: Darunter, dass der Lebensweg zu jeder Zeit geändert werden kann. Er betonte außerdem noch, dass zwischenmenschliche Beziehungen, vor allem mit der Familie und den Freunden, das wichtigste im Leben sei.

Als er von den Moderatoren gefragt wurde, welche Frage er sich selbst einmal stellen würde, war seine Antwort; wie man eine Balance, zwischen Arbeiten und Zeit mit der Familie verbringen, schaffen kann. Denn, obwohl er all seine Zeit außerhalb seiner Arbeit mit seinen Kindern verbrachte, so fand er im Nachhinein, war das nicht genug.

Die zwölfte Folge der Unterriedener Couchgespräche endete damit um 11:10 Uhr im Bürgerhaus Maichingen. Nach dem Gespräch mit Peter Leibinger hatten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Rückfragen an ihn zu richten. Rundum war es eine interessante und inspirierende Veranstaltung.

Verfasst: Liliana Haji; Sirine Dhabeb

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Leibinger 1

Leibinger 2